Was ist los Europa?

Europa ist in der Krise. Erst galt es den Euro zu retten und Milliardenschwere Schirme aufzuspannen, dann spalteten Geflüchtete den Kontinent und schließlich entschieden  die Briten zu gehen. Terroranschläge sind in Europa angekommen und haben die Europäer schockiert und deren sichere Blase platzen lassen. Die Politik rückt nach rechts und Nationalismus gewinnt wieder an Zuspruch. 

Ende September werde ich drei Wochen durch Osteuropa reisen. Durch das Reisestipendium der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa stehen allerdings nicht nur Entspannung, warme Cafés und Touristenattraktionen auf dem Tagesplan, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Europa. Genauer: Wie wichtig sind mir offene Grenzen und Mobilität in Europa?

Ich bin mit offenen Grenzen aufgewachsen. Grundsätzlich kann ich mich überall in der EU frei bewegen, studieren und Praktika absolvieren. Grenzkontrollen innerhalb Europas kenne ich eigentlich nur von Erzählungen aus Kindertagen. Durch die Veränderung der politischen Lage, Krisenherden und Terrorismus sind offene Grenzen und Freizügigkeit in Gefahr.

Europa bedeutete für mich Stabilität, Menschenrechte sowie Frieden und Wohlstand. Ich genieße mich frei bewegen zu können, auf Reisen nur selten Geld wechseln zu müssen und nicht lange an einer Grenze warten zu müssen. Europa verbindet verschiedene Länder und Kulturen, die alle für sich selbst unterschiedlich sind und sich gleichzeitig miteinander verbinden. Es ist die Vielfalt die diesen Kontinent ausmacht. Wir sprechen verschiedene Sprachen, haben unterschiedliche Bräuche und Essgewohnheiten und doch sind wir miteinander verbunden durch demokratische Werte.

Doch die Idee eines starken Europas bzw. einer Gemeinschaft in Form der Europäischen Union bröckelt mehr und mehr. Eigentlich müsste man denken, dass gerade aufgrund einer von Kriegen und Schrecken geprägten gemeinsamen Vergangenheit, die europäischen Länder zusammenrücken. In der Realität ist die Liste europäischer Probleme und Unstimmigkeiten demgegenüber lang. Die jeweiligen Länder stehen vor innenpolitischen Herausforderungen, die EU hat Führungsschwierigkeiten und schließlich wird die EU nicht mehr als Lösung sondern vielmehr als Teil des Problems gesehen. Was ist los Europa?

Gerade die europäischen Grenzen stehen in den vergangenen Jahren vermehrt im Blickpunkt der Diskussion und nicht nur durch den BREXIT ergibt sich die Frage danach, wie lange und in welchem Umfang Mobilität noch möglich ist.

Während der dreiwöchigen Reise durch Polen, die tschechische Republik, Ungarn, Serbien, Slowenien, Kroatien und der Slowakei will ich meine Gedanken über Europa und im Speziellen über Grenzen und Mobilität noch vertiefen und die Zeit zum recherchieren nutzen. Doch soll es nicht nur um mich gehen, sondern auch um die Menschen, die ich auf meiner Reise treffen werde. Ich bin gespannt wie Menschen aus osteuropäischen Ländern über Europa denken.

 

Verfasst von

24, Studentin mit Fernweh und immer einem Buch in der Tasche.

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