Zum bösen Buben mit dem grünen Zeug

Wenn Politiker für die Legalisierung von Cannabis kämpfen, kann hierbei schonmal was schiefgehen. Und alles begann mit einer Topfpflanze der besonderen Art. 

Die Irrungen und Wirrungen der deutschen Drogenpolitik finden im Fall des Grünen-Parteichef Cem Özdemir einen ihrer vielen Höhepunkte. Da schüttet man sich auf dem Balkon für den guten Zweck einen Eimer Wasser über den Kopf und kurze Zeit später verliert man seine Immunität. Ärgerlich! Wie kam denn nur diese Hanfpflanze dahin? Das war doch bestimmt ein großes Missgeschick. Oder der Politiker hat es mit dem zurzeit absoluten Trend „Gardening“ etwas übertrieben. Wie praktisch jedoch, dass dem Schwaben nun die mediale Aufmerksamkeit doch ganz passend kommt. 
Böse Zungen bezeichnen den Nichtraucher mit seiner wirtschaftsfreundlichen Haltung nämlich als zu brav und angepasst. Naja, wer diese Schwachsinns-Challenge mitmacht und dem Internet-Hype wie ein Dackel hinterherläuft, dabei noch so ein wertvolles Gut wie Wasser verschwendet, statt einfach still und heimlich zu spenden, der hat wohl auch nichts Besseres verdient. Um diesem Milchbubie-Image zu entkommen, macht Cem jetzt einen auf harter Junge und kokettiert auch gern mal damit, in seiner Jugend selbst gekifft zu haben. Na Bravo! Aus welchem Ghetto kommt der denn? Die Jugend steht drauf. Aber zum Glück bleibt der noch ein paar Jahre bis sie selbst wählen dürfen. Und mal ehrlich: Wer hat denn nicht einmal in seiner Jugend an einem Joint gezogen? Bin ich jetzt also hipp? 
Abgesehen von dem lächerlichen Gehabe um die Ice-Bucket-Challenge, konnte der Grünen Politiker so auf die Forderung der Legalisierung von Cannabis aufmerksam machen. Bei der Kriminalisierung von Kiffern in Deutschland schütteln schließlich selbst Polizisten den Kopf. Aber die Staatsanwaltschaft will eben auch eine Beschäftigung haben. Von morgens bis abends Kaffee zu trinken ist einfach nicht sonderlich gesund. 
In der Streitfrage warum Alkohol erlaubt sei, aber Cannabis im Vergleich dazu nicht, fehlt es an Vernunft und Rationalität. Und die Staatsanwaltschaft von morgen lernt in der Grundrechte-Vorlesung, dass das Verbot des Cannabiskonsums zwar die grundrechtlich verankerte Handlungsfreiheit verletze, aber die Verfassungsbeschwerde letztlich nicht durchgehe. Schließlich müsse die Volksgesundheit geschützt werden. Und überhaupt sei Alkohol einfach in der Tradition des deutsches Staates und Cannabis halt nicht. So betont der Repetitor im Klasurencrashkurs: „Wer den Cannabiskonsum erlaubt, besteht die Prüfung nicht.“ Unter dem Staub von tausend Talaren, ist es letztlich schwer frei zu atmen. 
Diese ideologisch aufgeladene und irrationale Drogenpolitik, kostet den deutschen Steuerzahler auch noch sehr viel Geld. Aber kein Problem, wir haben es ja dicke! So dicke, dass die ins Koma besoffenen Jugendlichen jedes Wochenende überhaupt kein Problem darstellen. Krankenwagen, Polizei, Reinigungskräfte sind doch fast umsonst. Also prosten wir uns weiterhin zu. Lieber Wodka statt Joint. 
Außerdem könnte sich die Polizei mit deutlich wichtigeren Problemen beschäftigen, als kiffende Bürger. Die armen tun einem auch fast ein bisschen Leid. Einen frustrierenderen Job gibt es wahrscheinlich nicht. Lediglich das Zusammenkehren von Laub bei Sturm kommt wohl an die Arbeit unserer ausführenden Gewalt ran. Jeder – und sei er noch so klein – Besitz von Cannabis muss schließlich routinemäßig angezeigt werden, nur damit er kurz darauf wegen Geringfügigkeit eingestellt werden kann. Auch eine Form Steuern zu verschwenden. Natürlich nicht so witzig wie Brücken ins Nichts zu bauen. Mit unnötiger Steuerverschwendung kennt sich die Bürokratie eben aus. Darauf kann unser Rabauke bei den Grünen jetzt auch hoffen und sich gemütlich auf dem Balkon zurücklehnen und Pflanzen gießen. Den Unsinn sich Wasser über den Kopf zu schütten, lässt er hoffentlich sein. Er geht als Gewinner hervor und suhlt sich in seinem neuen Image. Auf Kosten der  Steuerzahler, die diesen ganzen Rummel der polizeilichen Untersuchen bezahlen. 

Bilder: Deutscher Hanfverband 

Veröffentlicht von

23, Studentin, Schreiberling, Ronja Räubertochter mit Hang zu rosa und veganer Kosmetik.

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