Buchtipp: Liebesbriefe großer Männer

Ich liebe Dich. Drei kleine Worte. Drei kleine Worte, die man auf so vielfältige Art und Weise sagen kann. Neben Taten, ist wohl die schönste Form der Liebesbrief.  

Den letzten Liebesbrief habe ich wohl noch zu Schulzeiten bekommen. Dank What’s App muss man sich heutzutage schon über ein Herz-Emoticon freuen. Die Sehnsucht nach den vielen Worten für diese drei kleinen Worte hat ein Ende: In dem Buch „Liebesbriefe großer Männer“, herausgegeben von Sabine Anders und Katharina Maier, sind die schönsten schriftlichen Liebesweise berühmter Männer der Weltgeschichte gesammelt.

„Ich schreibe Dir diesen Brief, um Dich meiner unsterblichen, meiner ewigen Liebe zu versichern.“ Oscar Wilde (S. 197)

Durch den Film „Sex and the City“ bin ich schon vor längerer Zeit auf das Buch gestoßen. Hier rettete es die Beziehung von Carrie und Mr. Big. John tippte die Briefe ab, bis er eigene Worte für seine Gefühle fand. Das Komische daran: Das Buch existierte laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung überhaupt nicht. Die Nachfrage muss groß gewesen sein, denn inzwischen kann man den Sammelband genießen. Fernsehen bildet manchmal eben doch und kann sogar die Lust an klassischen Liebesbriefen wecken. 

„Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich sehne, bei Dir zu sein, wie gerne ich für eine Stunde mit Dir sterben würde – denn was bietet schon die Welt?“ John Keats (S. 113)

In dem Buch finden sich Liebesbriefe von Beethoven, Napoleon, Lord Byron, Kafka und vielen anderen auf 256 Seiten. Die Briefe erzählen von Glück und Unglück, Verlieben, Eifersucht, Euphorie und der ewigen Liebe. So kommen die verschiedenen Facetten der Liebe zum Ausdruck. Von unterschiedlichen Epochen, großen Worten und kleinen Alltäglichkeiten. Ich bin gerührt, amüsiert und nachdenklich bei diesen Worten, die nie für andere Augen gedacht waren. 

„Dein Liebe ist mir wie der Morgen- und Abendstern; er geht nach der Sonne unter und vor der Sonne wieder auf.“ Goethe (S. 27)

Zu jedem großen Mann gibt es einen Absatz über Leben und Hintergrundgeschichte. So erfährt man beispielsweise über Kurt Tucholsky, dass er seine zweite Ehefrau Mary Gerold während des Ersten Weltkrieges kennenlernte. Oder von Otto v. Bismarck, dass er sich in die Verlobte seines Schulfreundes verliebte und erst als diese starb, um Johanna v. Puttkammers Hand anhielt. 

„Ich liebe Dich gar nicht mehr; im Gegenteil ich verabscheue Dich. Du bist hässlich, ungeschickt, dumm, unansehnlich. Du schreibst mir nie, liebst Deinen Mann nicht.“ Napoleon (S. 46)

Ich habe diesen Sammelband nicht in einem Zug durchgelesen, sondern nehme es immer mal wieder in die Hand und lese ein paar Briefe. Manche sind sprachlich so anstrengend, andere sehr bewegend, dass ich lieber wenige Seiten genieße und diesen sehr privaten Worten meine volle Aufmerksamkeit schenke. 

„ewig dein – ewig mein – ewig uns“ Beethoven (S. 50)

Verfasst von

24, Studentin mit Fernweh und immer einem Buch in der Tasche.

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