Das eigene Glück finden und gestalten

Glück ist Wohlbefinden, dessen man sich bewusst ist. Doch wie finde ich mein Glück? Was bringt mein Herz zum Singen? Wie möchte ich mein Leben gestalten? Welchen Weg will ich eigentlich gehen? Was sind meine Träume? Und was hindert mich daran glücklich zu sein? Diesen Fragen bin ich heute in einem achtstündigen Seminar nachgegangen.

In dem Workshop „redesign you“ der Kommunikationsdesignerin und Glücksministerin Gina Schöler und dem Design Thinker und Business Coach Jochen Gürtler ging es darum, die Welt und viele Fragen, die uns beschäftigen, aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Spielerisch wurden in den Räumen der Kita „Kunterbunt“ in Laudenbach alte Muster abgelegt, das innere Kind geweckt und schließlich der Horizont erweitert.
Als mich meine ehemalige Kindergärtnerin zu dem Seminar einlud, dachte ich, dass es lediglich darum gehen würde im Alltag das Glück zu finden. Ich wurde völlig überrascht – sehr positiv!

 

Ich designe mein Glück selbst

Die Suche nach meinem persönlichen Glück wurde heute mit den Methoden des Design Thinking für mich völlig neu gestaltet. Dieses zeichnet sich durch mehr Tun und weniger Theorie aus. Ziel ist es Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln. Dabei stehen Team, Raum und Prozess als wichtige Grundprinzipien im Vordergrund.

Wer sind meine Glücksfresser?

Bereits nach der ersten Übung, einer kleinen „Meditation“ wurden mir Probleme in meinem Leben deutlich klar: Ich bin frustriert nicht alles zu schaffen was ich mir vornehme und dass ich mich selbst verliere. Als wir über unsere Gedanken mit anderen Teilnehmern anschließend diskutierten, musste ich in meinem Redefluss stocken. Verdammt! Du willst viel zu viel und das auch noch sofort. Allein meine Gedanken endlich mal auszusprechen, ohne jemanden der reinredete, sondern nur nickte und mir in die Augen blickte, konnte ich meinen größten Glücksfresser benennen: Mich selbst! Alle Dinge die ich mache, mache ich mit Liebe und Leidenschaft. Zumindest war es einmal so. Doch selbst wenn man seine vier Studiengänge, drei Jobs, Hundeausbildung und ein Ehrenamt für sich genommen liebt, alles zusammen ergibt letztlich kein Glück. Woran liegt das? Ganz einfach: Es ist zu viel! Mit meinem Ehrgeiz und Perfektionismus mache ich mich selbst unglücklich. Ich habe den Spaß an meinem Leben einfach verloren. Traurige Erkenntnis. Dabei fiel mir ein, dass wir häufig nur nach dem Leben, was andere von uns erwarten, was wir nach der Gesellschaft, Arbeitgebern sollten… dabei vergisst man sich jedoch selbst.

Was macht mich glücklich?

Bei einer weiteren Übung, die Körper, Herz und Geist einbezog, sollten wir eine Lebenslinie zeichnen. Die Höhen und Tiefen im bisherigen Lebensweg. Hier wurde mir bewusst, wann ich in meinem Leben am glücklichsten war: Immer dann, wenn ich die Natur genießen konnte, Berge erklommen habe und den freien Himmel über mir hatte. Ich bin noch immer völlig überrascht davon, wie mir der „redesign you“-Workshop die Augen geöffnet hat und das auch noch durch so eine relativ einfache Art und Weise: Schrittweises Herantasten an ein noch undeutliches Problem, mithilfe von kreativen und visuellen Techniken.

Konkret werden

Ich hatte nun also eine konkrete Frage: Wie kann ich mehr Zeit zum Wandern etc. in der Natur verbringen? Durch den Input und neue Ideen anderer Teilnehmer habe ich jetzt einen kleinen Katalog an Lösungsansätzen für mein ganz persönliches Glück. Ich muss mir mehr Freiräume schaffen, das alltägliche Gassi-Gehen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis gestalten und den nächsten Camping-Wander-Urlaub planen. Davon alles jetzt und sofort und auch noch perfekt haben zu wollen, werde ich mich jetzt versuchen zu verabschieden.

Fazit

Ich durfte heute besondere, gleichgesinnte Menschen kennenlernen, die mir für meine eigene Entwicklung viel mit auf den Weg gegeben haben. Mir wurden kleine, unscheinbare Dinge wieder bewusst und die Arbeit mit meinen Händen etwas selbst zu gestalten, hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich möchte mein Leben wieder mit mehr Herzblut und Leidenschaft meistern und weiß nun, dass ich mir besondere Ruhephasen gönnen muss, die mich glücklich machen. Ich konnte mich selbst neu kennenlernen und habe mich selbst überrascht.

Ein Problem unserer Zeit

Mit unserem derzeitigen Leben, setzen wir uns oft viel zu sehr unter Druck und brennen letztlich aus. Immer höher, perfekter, schlanker, schneller, schöner, erfolgreicher wollen wir sein. Dabei vergessen wir oft das Wesentliche: Glück und Wohlbefinden. Eine teure Uhr, die Trend-Handtasche und das neueste Smartphone machen uns jedoch langfristig nicht glücklich. Ebensowenig der ständige Druck der auf uns lastet, die hohen Erwartungen die wir und andere an uns stellen und ein Leben vollgepackt mit Terminen und Arbeit. Später möchte ich mich nicht nur an meinen Schreibtisch erinnern, sondern an Menschen, Gespräche und Erlebnisse.

Ein Ministerium für Glück

Einen riesigen Schritt in die richtige Richtung hat für mich Gina Schöler mit der Gründung des Ministerium für Glück und Wohlbefinden (http://ministeriumfuerglueck.de) gemacht. Dieses bezeichnet sie selbst als ein ein interaktives Kunstprojekt und die provozierende Metapher einer multimedialen Kommunikationskampagne, welche die Themen Glück und Lebensfreude spielerisch, humorvoll und kreativ ins Gespräch bringt und zum Umdenken und Mitmachen motiviert.

Glücksspiel der besonderen Art

Auf kleinen Karten hat Gina Schöler ein Glücksspiel der besonderen Art kreiert. Ziel dieses Spiels ist es, das eigene Umfeld und somit auch sich selbst glücklicher zu machen. Und das funktioniert bereits im Kleinen.

Hier ein paar Anregungen:
– Verzichte einen Tag lang bewusst auf dein Smartphone
– Singe im Auto so laut du kannst
– Biete jemandem deinen Sitzplatz in der Bahn an
– Sage deinen Lieblingsmenschen mal wieder, wie wichtig sie dir sind.
Nachdem man eine Aufgabe auf einer Karte erfüllt hat, gibt man sie weiter. So wandert sie womöglich durch ganz Deutschland und darüber hinaus und ist so eine Chance, viele Menschen glücklich zu machen. Achtung: Dieses Glücksspiel kann süchtig machen!

Und zum Abschluss…

„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“ (Kurt Martin, Schriftsteller)

 


Verfasst von

24, Studentin mit Fernweh und immer einem Buch in der Tasche.

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