Protest und Gewalt

Was bleibt von den heutigen Protesten in Frankfurt im Kopf?  – Gewalt, Eskalation, Zerstörung. Die Bilder von brennenden Autos, gewalttätigen Demonstranten, Polizeiaufgebot und zersplittertem Glas haben dominiert. Die friedlichen Menschen, die ein Zeichen gegen die EZB setzen wollten geraten dabei in Vergessenheit. Ihre Gründe auf die Straße zu gehen treten zurück. 

Die Geschehnisse heute in Frankfurt schockieren. Barrikaden brannten, Polizisten und Feuerwehrmänner wurden angegriffen und Steine flogen durch die Luft. Diese Gewaltbereitschaft und mutwillige Zerstörungswut kann man eigentlich nur verurteilen. Das Demonstrationsrecht wurde für Gewalt missbraucht. 

Die Bilder erinnern irgendwie an den Sturm auf die Bastille. Revolution oder lediglich Inszenierung? Die Finanzmetropole unter Flammen hat schließlich eine starke Symbolik. Frankfurt steht für Kapitalismus, Banken, Finanzen. Jetzt wird sie von Revolutionären terrorisiert. Die Innenstadt ist im Ausnahmezustand. Doch von Kapitulation ist keine Rede. Die EZB feiert ihre Eröffnung und die Polizei beruft sich auf den Schutz der friedlichen Bevölkerung. 
Das Spektakel hat die Feierlichkeiten zur Randveranstaltung werden lassen und gleichzeitig auf die EZB aufmerksam gemacht. Friedlich diskutierten Menschen rund um den Römerberg über Politik, die Macht der Banken, Profit, Armut und Wohlstand in Europa. 
Doch tritt letztlich der Inhalt des Protests hinter zornige Stimmen zurück. In den sozialen Netzwerken finden sich tausende kritische Kommentare zur Zerstörung und der Gewalt gegenüber der Staatsmacht. Statt Bewusstsein für die Europapolitik zu schaffen, kommen Fragen wie: Wer soll das alles wieder aufräumen? Wie hoch ist der Schaden? Hoffentlich ist niemandem etwas passiert? Zahlt das dann wieder der Steuerzahler? 
Macht kaputt was Euch kaputt macht – funktioniert nicht indem man Allgemeingüter zerstört! Sie regen sich auf, dass mit Steuergeldern Banken gerettet werden, während z.B. Soziale Einrichtungen schließen müssen. Was haben die heutigen Proteste den Steuerzahler gekostet? Ist das fair? Für diese Idioten werden Steuergelder verschwendet und das unter der Berufung auf die Verfassung. Die Kritik am Kapitalismus ist berechtigt. Aber nicht von Halbstarken mit Nike-Schuhen, Ray-Ban Sonnenbrille, Casio-Uhr am Handgelenk und Iphone in der Hand, die ihre Coca Cola trinken und ach so alternativ tun. Diese Heuchelei vieler Anwesenden ist unerträglich. Wobei man die meisten von ihnen wohl unter dem Begriff „Krawalltouristen“ zusammenfassen könnte. 
Demokratie lebt vom Diskurs. Doch inwieweit darf dieser der Allgemeinheit weh tun? Oder muss er das vielmehr um Veränderung zu schaffen? Aber trifft man hiermit nicht viel mehr die Falschen und rückt so die Proteste in das Feld der Wut und nicht die Europapolitik? Wird die Angst vor Chaos und Gewalt nicht vielmehr dafür sorgen, dass die bestehende Ordnung nicht hinterfragt wird? Fragen über Fragen…
Hoffentlich geraten die gewalttätigen Bilder in Vergessenheit und lassen Raum für eine rationale Diskussion und Umdenken in der Politik, Wirtschaft und Finanzwelt. 


Veröffentlicht von

23, Studentin, Schreiberling, Ronja Räubertochter mit Hang zu rosa und veganer Kosmetik.

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