Nachhaltigkeit in der Weihnachtszeit

Kennt ihr schon die Aktion „Lehnt Plastiktüten ab“ auf FacebookGerade zur Weihnachtszeit steigt der Verbrauch an Plastiktüten wohl deutlich an. In jedem Laden kriegen wir – und sei die Ware noch so klein – eine Plastiktüte in die Hand gedrückt.
Die Aktion ruft nun dazu auf diese abzulehnen und stattdessen alternative wiederverwendbare Taschen zu benutzen, um ein Zeichen gegen die Plastikflut zu setzen. 

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Ich erinnere mich daran, wie ich einmal mit einem Jute-Beutel bei H&M eingekauft habe. Als ich der Verkäuferin sagte „Nein, bitte nicht einpacken“ und die Klamotten stattdessen im meinen Beutel gepackt habe, hat sie mich angeschaut als wäre ich irre. So tief ist die Verwendung von Plastiktüten in unserer Gesellschaft also verwurzelt. Schockierend! 
Kein Wunder also, dass wir in Deutschland – laut Umweltbundesamt – 10.000 Plastiktüten PRO MINUTE verbrauchen würden. Das sind 5,3 Milliarden pro Jahr. Wir seien die absoluten Spitzenreiter in Europa was Plastik betrifft. So habe sich der Kunststoffabfall in den letzten 17 Jahren fast verdoppelt. Tendenz steigend. 

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Rund um den Globus, kostet die Wegwerfphilosophie mehreren Tieren das Leben. So würden bis zu 100.000 Meeressäuger  und eine Million Meeresvögel an Plastikmüll sterben. Sie verwechseln den Abfall mit Nahrung und verenden qualvoll. Plastik verstopf ihren Verdauungsapparat. 
Durch die Fische, die auf unserem Teller landen, nehmen auch wir Plastik auf. In den Industrienationen seien bereits 90%  der Menschen chronisch mit Bisphenol A belastet. 
Die Aktion sagt, dass indem wir „Nein“ zu Plastiktüten sagen, würden wir nicht nur ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen, sondern auch der Umwelt helfen. Und am Ende sogar für uns selbst!
Ich finde Jute-Beutel super praktisch und außerdem stylisch! Es gibt sie in verschiedenen Farben und Formen. Am schönsten finde ich sie mit Aufdruck. Sie sind perfekt für unterwegs. Man kann sie einfach in die Jackentasche stecken, da sie echt platzsparend sind. Oder einfach immer einen im Rucksack haben, falls man doch zu viel eingekauft hat oder einige Bücher aus der Bib ausleihen musste. 
Wer eine Plastiktüte beim Einkaufen nimmt, ist einfach zu faul etwas weiter zu denken. Klingt hart. Aber mal Hand aufs Herz – so ist es doch schließlich auch! Ich bin total verstrahlt und vergesse richtig oft meinen eigentlich geliebten Jutebeutel. Doch stapel ich dann lieber meine Einkäufe irgendwie auf meinen Armen, stecke kleine Sachen in die Jackentasche usw. Klar ich sehe dann aus wie ein verrückter Vogel, aber lieber so, als die Umwelt noch mehr zu belasten – nur aus reiner Bequemlichkeit. 
Wenn ihr dann doch mal eine Plastiktüte nehmen müsst, dann verwendet sie wenigstens mehrmals! 
Viele greifen häufig zur Papiertüte. Doch die ist nicht unbedingt besser für die Umwelt. Zwar ist sie leichter zu recyceln, jedoch belastet ihre Herstellung die Umwelt mehr, als die Produktion einer Plastiktüte. Man müsste eine Papiertüte dreimal so häufig verwenden, wie ihr Pendant aus Plastik, um diesen Nachteil auszugleichen. Doch nutzen die wenigsten eine Plastiktüte mehrmals. Und noch weniger verwenden die Papiertüte ein weiteres Mal. Meist weil sie bereits kaputt ist. 
Da hat der Jutebeutel definitiv eine viel bessere Bilanz. Dann aber bitte Fairtrade! 

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Neben den vielen Plastiktüten zur Weihnachtszeit, sehe ich auch in dem ganzen Geschenkpapier ein Problem. Natürlich gehört für viele das Auspacken von Geschenken an Weihnachten einfach dazu. Doch gehen dafür Tonnenweise Geschenkpapierrollen über den Ladentisch, die später so oder so im Müll landen. Und das obwohl immer wieder laut wird, man müsse den Regenwald/ Wälder im Allgemeinen schützen. Schöne Doppelmoral. 
Jährlich werden in Deutschland pro Kopf bereits 252,7 Kilogramm Papier verbraucht. Dabei wissen die meisten gar nicht, dass die Herstellung von Papier ein wahrer Energiefresser ist. Vom Energieverbrauch steht die Papierindustrie so fast auf derselben Stufe wie die Stahlindustrie. Erschreckend! 

Wie könnt ihr jetzt also eure Geschenke nachhaltig einpacken?
Hier habe ich mal ein paar Ideen zusammengestellt:
1. Recyclingpapier
Es wird 100 Prozent aus Altpapier hergestellt. Das macht die Produktion wesentlich umweltfreundlicher. Leider ist das recycelte Geschenkpapier noch nicht ganz leicht zu finden. Die Nachfrage ist einfach zu klein. 
2. Zeitungspapier
Fast jeder Haushalt hat es Zuhause rumliegen. Ist die Zeitung „ausgelesen“ würde es schließlich so oder so in der Tonne landen. Dann kann man damit auch ruhig noch seine Geschenke einpacken. Ebenso eignet sich natürlich Papier von Magazinen. Außerdem kann das Zeitungspapier noch mit Stiften, Bildern etc. aufgehübscht werden. 
3. Eingewickelt
Eine doppelte Freude macht ihr mit euren Geschenk, wenn ihr es einfach in ein anderes hinein einpackt. Ein Buch in einem Schal. Das Kochbuch im der Schürze. Oder das Duschgel im Handtuch. So verwendet ihr absolut gar kein Papier
4. Gutscheine 
Briefe oder Gutscheine machen sich besonders schön in leeren (bitte trocknen) Flaschen als Flaschenpost! 
5. Klassisch
Das Backpapier ist wohl ganz klassisch. Jedoch wird es letztlich immer noch, nach nur einmaliger Verwendung weggeschmissen. Ist also keine echte Alternative.  
6. Jutebeutel
Oben bereits angesprochen, darf er hier natürlich nicht fehlen. Er eignet sich super zum Einpacken von Geschenken. Obendrein wird der Beschenkte so noch motiviert ebenfalls auf mehr Plastik zu verzichten!

Ich werde dieses Jahr altes Geschenkpapier aufbrauchen und Zeitungspapier verwenden. Neues wird nicht gekauft! 
Außerdem gibt es einige Zeit statt Zeug Gutscheine, die ich nicht einpacken muss. Was ich euch auch noch einmal besonders ans Herz legen möchte! Bevor ihr jetzt – nur noch eine Woche vor Weihnachten – aus Panik irgendwelchen Schrott kauft, lest euch bitte noch einmal meinen Post durch. Und schenkt etwas Wertvolles… 

Eure Simas 

Verfasst von

24, Studentin mit Fernweh und immer einem Buch in der Tasche.

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