Die typischen Studententypen

Wenn ich in einem Seminar sitze, beobachte ich ganz gern meine Mitstudierenden. Nachdem es schon häufig Artikel über den typischen Jura-, Medizin-, Soziologiestudenten gab, wollte ich heute lieber auf die verschiedenen Typen eingehen, die sich so im Seminar finden.
Alles ist natürlich mit einem kleinen Augenzwinkern gemeint. So habe ich manche Stereotypen etwas überspitzt dargestellt. Wenn der ein oder andere von euch beim Lesen, ein kleines Lächeln auf den Lippen hat, habe ich schon gewonnen. 

Der mit den fettigen Haaren: Dieses Expemplar tritt jede Woche in der selben Erscheinung auf. Mann fragt sich, ob er sich nur nach dem Seminar die Haare wäscht und diese dann bis zum nächsten mal wieder so aussehen ODER er wäscht sie einfach nie. 
Der zu spät Kommer: Wahrscheinlich besitzt diese Art der zukünftigen Elite keinen Wecker, oder er ist einfach total verstrahlt. Typischerweise betritt er den Seminarraum frühestens eine Halbestunde nach Beginn. Häufig trifft man ihn dann mit noch nassen Haaren an. Außerdem muss er sich, nachdem er geräuschvoll einen Platz gesucht hat, ersteinmal sein Chaos ordnen. Hierzu wird die Tasche auf dem Tisch ausgeleert. 
Der Besserwisser: Er ruft bei seinen Mitmenschen Augenrollen und genervtes Stöhnen hervor. Auf jede Frage hat er eine Antwort, die sonst keiner hat. Dabei verwendet er am liebsten Fremdwörter, um allen anderen zu zeigen WIE schlau er ist. Ganz allgemein drückt er sich sehr gewählt aus: „XY impliziert schließlich schon, dass…“. 
Der Hipster: Bart, Jute-Beutel, Zottel-Dutt und ausgefallene Klamotten. Es gibt sie überall. Und vor allem an der Uni. Sie wollen was Besonderes sein und sich von der großen Masse abheben. Doof nur, dass es mainstream ist, NICHT-mainstream zu sein. Ärgerlich!
Der Engagierte: Den Text für die Sitzung vergessen lesen? Das kommt bei ihm nicht vor. Er studiert aus Leidenschaft und ist immer brennend interessiert. Einen Pflichttext überfliegt er nicht einfach, sondern markiert, macht Randnotizen und hinterfragt ihn auch noch. Zu jeder Diskussionsfrage liefert er einen soliden Beitrag und argumentiert sauber. Überpünktlich erscheint er bereits vor Seminarbeginn und diskutiert im Anschluss mit dem Dozenten noch ungeklärte Fragen. Seine Noten sind selbstverständlich überdurchschnittlich gut. Häufig arbeitet er bereits am Lehrstuhl. 
Die graue Maus: Seit der Schule hat sie sich nicht sonderlich verändert. Ihre Mode hängt dem aktuellen Trend weit hinterher. Im Seminar verhällt sie sich ruhig und ist sehr unscheinbar. 
Der Normalo: Diese Art von Student springt nur so hoch wie er muss. In dem einen Seminar sitzt er nur für den Schein, im nächsten engagiert er sich tatkräftig. Er hat ein Paar Freunde an der Uni, ist aufgeschlossen, steht aber selten im Mittelpunkt. 
Der den alle kennen: Man kennt sein Gesicht. Hat ihn schon oft auf dem Campus erblickt. Immer ist er in Begleitung einer größeren Clique. Heimlich hat man ihn mal auf Facebook gestalkt. In jedes Seminar in das er geht, begrüßt er direkt ein paar freundschaftlich und herzlich. Er ist einfach ein cooler Hund. 
Der Emo: Eine aussterbende Rasse. Nur sehr selten bekommt man sie noch zu Gesicht. Diese Spezies zeichnet sich durch ihre überwiegend schwarze Kleidung aus. Mitt Weltschmerz im Gesicht, sieht man sie nur selten lachen. 
Der Alternative: Wird häufig verwechselt mit dem Hipster und lässt sich schwer einordnen. Zwar trägt er einen Jutebeutel, ist aber absolut kein Trendsetter. Er ist vielmehr politisch interessiert und engagiert. Er ist häufig Veganer oder zumindest Vegetarier. Globalisierung, Wirtschaft und Konsum sieht er kritisch, ist jedoch noch kein Öko. Er guckt nur wenig Fernsehen, weil er dies für Volksverdummung hält. Seine wichtigen Gedanken hält er in Schreibschrift in einem kleinen Notibuch fest. Der Rest seiner Unimaterialien ist eine chaotische Zettelwirtschaft. In seiner Freizeit liest er sehr sehr viel. Dazu trinkt er gerne einen Fairtrade Kaffee. Einige dieser Spezies zeichnen sich besonders durch das Drehen von Glimmstängeln aus. Natürlich nur mit Bio-Filter. 
Der Karrieretyp: Mit Anzug kommt er in die Uni. War gerade noch arbeiten. Er will hoch hinaus und strengt sich dafür an. Sein Auto hat er in der Tiefgarage geparkt. Für öffentliche Verkehrsmittel hat er schließlich keine Zeit. Dennoch ist er immer als einer der Ersten im Seminarraum. Seine Erkenntnisse tippt er direkt in sein hochmodernes Notebook oder Tablet. Zwischen den Pausen checkt er hochbeschäftigt seine Mails und beantwortet wichtige Telefonate. 
Der Öko: Bunte Klamotten, Holzschmuck, Fairtrade und Bio sind sein lebensinhalt. Er achtet in allen Lebensbelangen auf seinen ökologischen Fußabdruck. Mit dem Billigflieger in den Urlaub? Geht für ihn gar nicht. Er nimmt am liebsten die Bahn oder das Fahrrad. Sein Essen besorgt er vorzugsweise aus dem Foodsharing Kühlschrank in der Uni. 
Der Google-Typ: Dieses Exemplar kommt nahezu in jedem Seminar vor. Während einer hitzigen Diskussion meldet er sich in der Regel mit folgendem Spruch: „Also ich hab das mal eben gegoogelt UUUUNNNNDDD…“. Er ist oftmals hilfreich, um klare Fakten ins Gespräch zu bringen. 
Der komische Fragen-Steller: Vorab: Fragen zu haben ist immer gut! Aber diese ganz besondere Art, stellt die absolut nervigsten, unnötigsten Fragen auf der Welt. Gründe hierfür liegen meinen Nachforschungen zu Folge darin, dass er meistens nicht zugehört hat. Ein anderer Grund ist, dass man ihm alles vorkauen muss, weil er zu eigenständigem Denken und Schlussfolgerungen nicht fähig ist. Eine interessante Verhaltensauffälligkeit ist, dass dieser Typ dann auch noch so tut, als hätte er gerade etwas ganz tolles gefragt, während der Rest des Seminar wieder mal die Augen verdreht. 
Der Anti-Typ: Ist eigentlich gegen alles. Vor allem aber gegen den Kapitalismus. Häufig ist er auf Demos anzutreffen. In seiner Freizeit liest er politische Klassiker, Internet-Blogs. Er will das System unkrempeln und alles verändern. In  Seminaren fällt er durch seine besondere Art und Weise auf. 
Die Make-Up-Tussi: Nein sie geht nicht in die Uni, sondern auf ihren ganz persönlichen Laufsteg. Nach Vermutungen verbringt sie die meiste Zeit ihres Tages, damit zu überlegen was sie anzieht, wie sie sicht schminkt und welche Tasche zu dem Outfit passt. Während der Lehrveranstaltung shoppt sie mit ihrem IPad online oder liest die neuesten Mode-Trends. Die Menge an Schminke auf ihren Gesicht, würde für andere Frauen wohl über einen Monat halten. Ihre Fingernägel sind natürlich lang und perfekt lackiert. Ihre Lui trägt sie am angewinkelten Unterarm und der Fellkragen an der Jacke darf natürlich nicht fehlen. 
Der Unsichere: Welche Module braucht man dafür? Was muss man für den LN oder TN machen? Wo geht es zum Raum XY? Wie funktioniert die Uni-Online? Der Unsichere weiß noch nicht wie der Hase läuft. Sein Studium befindet sich erst im ersten oder zweiten Semester. Von den Aussagen seiner Seminarkollegen ist er tief beeindruckt. Er selbst traut sich meist gar nicht etwas zu sagen. 
Der Partymacher: Vor 14 Uhr geht er zu keiner Veranstaltung in der Uni. Hier schläft er lieber ordentlich aus. So ist er am Abend immer auf Achse. Vorgeglüht wird mit Kumpels in der WG. Danach zieht er von Club zu Club. In der Musik-Szene ist er schon fast ein Spezialist. Er kennt jeden Interpreten, jedes Album usw usw. Das Studium macht ihm zwar Spaß, aber dafür auf Party zu verzichten will er eigentlich nicht. 
Der ewige Student: Studieren ist für ihn nicht nur ein Lebensabschnitt, sondern eine Philosophie. Er kennt die Uni in und auswendig. Kennt jedes noch so kleine Café. Dozenten duzt er inzwischen. Er hängt viel an der Uni rum. Selber Kochen? Nein! Dieses Exemplar isst jeden Tag in der Mensa. 

So, das wars! Ich persönlich kann mich nirgendwo so ganz zuordnen. Eine Mischung aus allem irgendwie. 

Welcher Studententyp trifft auf euch zu? 




Veröffentlicht von

23, Studentin, Schreiberling, Ronja Räubertochter mit Hang zu rosa und veganer Kosmetik.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s