Kommentar: Die Todesstrafe gehört abgeschafft

Nach der verpfuschten Hinrichtung von Clayton Lockett, kämpfte dieser 43 Minuten gegen Tod. Bis er schließlich einem Herzinfarkt erlag. Qualvoll zuckte und zappelte er auf der kalten Liege. Dieses Drama eröffnete die Debatte um die Giftspritze und die Todesstrafe aufs Neue. Immer wieder misslingen Exekutionen auf solch grausame Weise. 
Die Zahl der Todesurteile und ihre Vollstreckungen gehen zum Glück immer weiter zurück. So weigern sich viele, um ihr Image besorgte Pharmakonzerne, die Substanzen für die Giftspritze zu liefern. Als Folge dieses Boykotts, führte unter anderem der Staat Tennessee wieder den elektrischen Stuhl ein. Allerdings befürwortet laut einer Studie der Vanderbilt University nur gut die Hälfte der Bürger diese Hinrichtungsmethode. Denn die Hinrichtung durch Stromschlag gilt als besonders umstritten und grausam. 
Da ist vielen die Todesspritze augenscheinlich lieber. Dies liegt an ihrem medizinischen Tenor. Statt einem Henker gibt es einen Arzt, der den Verurteilten einschläfert wie ein Tier. Der Tod wirkt dadurch weniger brutal. Und genau hier ist das Problem: Der Mord an einem Menschen wird so völlig verharmlost. Der Respekt vor menschlichem Leben wird folglich gesenkt. 
Einige Befürworter der Todesstrafe sagen, dass Mörder nichts anders verdient hätten. Doch kann nicht immer sichergestellt werden, dass ein zum Tode Verurteilter auch wirklich der Täter ist. Vielmehr sollte immer in dubio pro reo gehandelt werden. Lieber einen Täter zu viel laufen lassen, als einen Unschuldigen zu ermorden. Der Tod ist schließlich unumkehrbar. 
Des Weiteren wird behauptet, die Todesstrafe sei die einzige gerechte Vergeltung für Mörder. In einem Rechtsstaat kann Rache aber keinen Platz haben. Über die „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Gesellschaft sind wir doch eigentlich schon lange hinaus. Und bringt der Tod des Mörders das Opfer auch nicht zurück. Außerdem könnte dieses Vergeltungsprinzip immer weiter geführt werden. Henker tötet Mörder, der ein Opfer tötete. Jemand anderes tötet Henker, weil der den Mörder tötete… usw. 
Daneben hört man immer wieder, dass die Strafe durch Exekution eine abschreckende Wirkung auf mögliche andere Verbrecher habe. Doch fehlen hier definitiv empirische Beweise. Außerdem ist diese Sichtweise völlig antiquiert. Heutzutage wird der Fokus eigentlich mehr auf Prävention gelegt. So plädiert die Strafzwecktheorie Spezialprävention für die Resozialisierung des Täters. Was ist mit einem Mörder, der jahrelang im Todestrakt sitzt und seine Taten bereut? Er wartet auf seine Exekution und es gibt keinen Ausweg. Die Chance auf Rehabilitation ist ausgeschlossen.  Letztlich bekämpft diese Strafe nicht die Ursachen für die Verbrechen und ist somit ein Armutszeugnis der Staaten. Sie haben versagt. 
Wer jetzt sagt, warum er mit seinen Steuern einem Mörder im Knast das Essen bezahlt, wenn man diesen doch auch einfach umbringen könnte, dem ist entgegenzusetzen, dass in den USA ein Todesstrafenprozess im Durchschnitt mehr kostet, als eine lebenslange Haft. Außerdem kann man den Wert eines Lebens, nicht als Kostenfaktor betrachten. Wer anders handelt, steht dem Gedanken des Rechtsstaats entgegen. 


Die Todesstrafe bleibt und ist Mord und gehört abgeschafft! 

Was sagt Ihr zu diesem Thema? 

Veröffentlicht von

23, Studentin, Schreiberling, Ronja Räubertochter mit Hang zu rosa und veganer Kosmetik.

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