Lifestyle: Wunschzettel

Gerade eben war ich mit meiner Mum auf dem Weihnachtsmarkt. Dafür habe ich mich natürlich ganz kuschlig eingepackt.
Neben total verklebten Fingern vom Glühwein, kam ich zurück mit dem Wunsch meiner Mum dieses Jahr wieder mal einen Wunschzettel zu schreiben. 
Wunschzettel mit 21? Darf man das überhaupt? Bin ich dafür nicht eigentlich schon viel zu alt? 
Mein letzter Wunschzettel ist schon eine ganze Weile her. Ich weiß noch, dass ich ihn immer mit Buntstiften verziert habe und er nachher fast ein kleines Kunstwerk war. Und an oberster Stelle stand immer ein eigenes Pferd. Ist nichts draus geworden. Doch erfüllte er definitiv seinen Zweck. Denn seitdem ich keinen mehr schreibe, gab es schon ein paar Fehlgeschenke. Inzwischen freue ich mich über jede kleine Aufmerksamkeit. In der Pubertät, gab es aufgrund von falschen Geschenken jedoch einige Dramen. Da kann ich inzwischen zum Glück drüber lachen. Himmel war ich schrecklich! 
Aber zurück zum Wunschzettel mit 21. Bei fast jedem Online-Shopping-Portal kann man sich inzwischen eine Wunsch- oder Merkliste anlegen. Wo ist der Unterschied zum klassischen Wunschzettel? Im Online-Shop muss ich nur ein Häkchen setzen oder auf hinzufügen klicken. Während ich mir bei meinem Wunschzettel noch richtig Mühe gebe ihn schön zu gestalten. Den einen versende ich per Mail, der andere wird auf den Küchentisch gelegt und verbreitet Weihnachtsstimmung. Außerdem ist das schreiben und verzieren eines Wunschzettels so etwas wie ein Ritual. In der heutigen schnelllebigen Zeit, geben so kleine Traditionen etwas Bodenhaftung. Man nimmt sich Zeit, denkt nach was wichtig, nützlich, schön etc. wäre und kommt dabei zur Ruhe.  

Im Internet habe ich mal eben ein wenig zu Wunschzetteln recherchiert.(http://www.mz-web.de/panorama/wunschzettel-lieber-weihnachtsmann—-,20642226,29255122.html) So existieren sie erst seit hundert Jahren. Im 18. und 19. Jahrhundert haben die Kinder jedoch nicht geschrieben, was sie  für sich selbst wünschen, sondern dankten ihren Eltern. Den Text dachten sie sich dabei nicht selbst aus. Er wurde vom Lehrer oder Pfarrer vorgeschrieben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich dann dieser Brauch. Natürlich mit positiven Auswirkungen für die Spielindustrie. 

Die Idee einen Dankesbrief an die Eltern zu schreiben, finde ich ganz schön. Den werde ich meiner Mum dann aber zu Weihnachten schenken. 
Wie gewünscht habe ich mir die Zeit genommen, einen Wunschzettel zu schreiben. Ein Kunstwerk ist er dieses Mal zwar nicht geworden, aber super bunt! Über alles auf meiner Liste würde ich mich riesig freuen. Doch wünsche ich mir dieses Jahr einfach Ruhe und Zeit mit meiner Familie. Die kommt sonst leider viel zu kurz. 

Veröffentlicht von

23, Studentin, Schreiberling, Ronja Räubertochter mit Hang zu rosa und veganer Kosmetik.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s